Saroos – See Me Not

Hinter dem Namen Saroos steckt eine musikalische Kooperation der Superlative. Niemand geringeres als Christoph Brandner (Console), Florian Zimmer (Iso68) und der neu dazugestoßene Max Punktezahl (The Notwist) haben sich hier zusammengefunden. Nachdem 2006 bereits ein erstes Album erschien, haben sie nun nach längerer Pause den Nachfolger aufgenommen. „See Me Not“ ist der Titel und steht dem Debüt in puncto Klangästhetik in nichts nach.

Saroos haben es sich zum Ziel gemacht, kein Ziel zu verfolgen. Es handelt sich um rein instrumentale Musik, die lediglich durch vereinzelte Vocalfetzen kurzfristig den Eindruck von Pop macht, aber genau so schnell wieder in ihre Einzelteile zerfällt. Es werden Klangstrukturen erbaut, die sich ineinander verwirren, dass man kaum noch realisiert, dass das hier aus akustischen Instrumenten entstanden ist. Wenn man sich die Songs über gute Kopfhörer anhört, entsteht eine unglaubliche Tiefe und es gibt viel zu entdecken. Gerade zu dem Zeitpunkt, wo die Musik sich in sich selbst zu verlieren scheint, kommt der Bass zurück, der alles zusammenhält und ein endloses Ausufern verhindert. Auch die Titelgebung ist stets wohl gewählt. Ein Song wie „Fog People“ hinterlässt beispielsweise tatsächlich den Eindruck wabernder Rauchschwaden, durch die Saroos den Hörer torkeln lassen.

Auf „See Me Not“ geht es aber nie soweit, dass man der Musik nicht mehr folgen kann. Bei all dem Getummel ist trotzdem stets eine Melodiestruktur zu erahnen. Und dies ist es, was es so angenehm macht, den Songs zu lauschen. Die Musik wird nie hektisch, sie lullt konstant ein.

Alles in allem ist „See Me Not“ ein würdiger Nachfolger des Debütalbums und man merkt ihm die lange Entstehungszeit und die Liebe zum Detail an. Doch seien wir ehrlich, was soll auch schon großartig schiefgehen, wenn solche Musiker aufeinandertreffen. „See Me Not“ ist schon auf Tonträger ein Erlebnis und dürfte live noch eine ganz andere Wirkung haben. Ein Projekt, das man verfolgen sollte!


VÖ: „See Me Not“ erschien am 12.11.2010 auf Alien Transistor.

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