The Notwist | 06.11.2016 | Lido, Berlin

The Notwist begleiten uns schon seit Jahrzehnten und alles was sie machen ist einzigartig. Deutscher Indie-Pop würde ohne sie blass aussehen, sie sind das Schiff, das sich zuverlässig durch die Zeit bewegt und uns auf sphärische, genreübergreifende Reisen mitnimmt. Die Erinnerung daran und ein Ausblick auf das, was noch kommen mag, ist jetzt auf dem  Live-Album „Superheroes, Ghostvillains & Stuff“ zu hören und auch zu erleben-eine Reihe von Live-Terminen sind im Dezember 2016 und Februar 2017 geplant.

Der Anfang und mitunter als Release-Konzert des am 14.10.2016 erschienenen Albums deklariert, fand am 06.11. im Lido Berlin statt. Die Veranstaltung war innerhalb weniger Tage ausverkauft, man musste schon sehr aufmerksam der Band folgen, um überhaupt etwas davon mitzubekommen.

Dementsprechend voll war es im Lido an diesem verregneten Sonntag im November,eine angenehme Neugier erfüllte den Club. Man hörte dem Support Protein zu, auch The Notwist selbst stand mit im Publikum, wenn man sich den Support schon aussucht, will man ihn auch hören. Es gibt wenige Band, bei denen das möglich ist, die angenehme Unaufgeregtheit der Musiker sich selbst gegenüber überträgt sich auf die Fans, der Star war hier schon immer die Musik. Könnte es doch nur überall so sein.

Genauso unspektakulär ist dann das Betreten der Bühne von The Notwist, die sechs Musiker sind einfach da. Markus Achers  Ansagen sind minimalistisch und höflich, wenn es sich vermieden ließe, würde er sie vermutlich am liebsten ganz weglassen. Das Sprachrohr ist die Musik, die so einmalig und wunderbar ist.  Die ersten Töne von „One step inside“ sprechen eine Einladung aus zu bleiben: „Prepare your shoes. Not to come back soon.“.  Was folgt sind gute zwei Stunden Wanderung durch die musikalische Vergangenheit der Weilheimer, von „Chemicals“ und „One with the freaks“ über „Puzzle“ und „Blank Air“ bis zu „Run Run Run“ wird alles geboten, was die Alben der letzten Jahre hergeben, die Musiker versinken in die Bearbeitung ihrer Instrumente, bei der Blicke und Gesten reichen, um sich aufeinander abzustimmen, oder einfach nur das gemeinsame Gefühl. Das Publikum horcht bedacht bei den leisen Stücken oder rastet aus, wenn es doch mal lauter und schneller wird, 8-Minuten-Stücke sind nichts für Konditionsschwache.  Man lässt sich tragen von den Melodien, die sich mitunter innerhalb eines Songs so unvermittelt wandeln, wie das Wetter eines heissen Sommertages.

Songs wie „Neon Golden“, „Pick up the phone“ und „Pilot“, sind die Highlights für viele und werden umso mehr gefeiert. Markus Achers Gesang klingt dabei so zurückhaltend und zärtlich und doch so kraftvoll in ihrer Melancholie. Wärmende Begeisterung macht sich breit und bereitet einen schönen Abschluss eines besonderen Abends.

Tourdaten The Notwist:

  • Dez 12, 2016 DE Düsseldorf Zakk
  • Dez 13, 2016 LU Luxembourg Den Atelier
  • Feb 2, 2017 CH Zürich Rote Fabrik
  • Feb 12, 2017 DE Berlin Astra
  • Feb 13, 2017 DE Leipzig Conne Island
  • Feb 14, 2017 DE Hamburg Große Freiheit
  • Feb 15, 2017 NL Amsterdam Paradiso
  • Feb 16, 2017 BE Gent Kunstencentrum Vooruit
  • Feb 18, 2017 DE Reutlingen Franz.k
  • Feb 19, 2017 DE Frankfurt Batschkapp

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