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Wir Sind Helden – Bring mich nach Hause

Wir Sind Helden erfinden sich neu. Den ersten Schritt weg von der knalligen Spaßband machten sie bereits vor drei Jahren mit „Soundso„. Jetzt, auf ihrem bereits vierten Album „Bring mich nach Hause“ klingt das alles nochmals konsequenter und erwachsener. Ihren Charme und ihr Augenzwinkern haben die Helden nicht verloren, dafür aber viel hinzugewonnen.

Als mit „Guten Tag“ 2003 die erste Single von Wir Sind Helden erschien, war das alles sehr flippig, laut und neu. Eine Band, die innerhalb eines Jahres mit ihrem Debüt und ihrem Zweitwerk alles erreichte, was man in Deutschland erreichen kann. Wie viele Hits hat uns diese Band eigentlich geschenkt? Unzählige, nicht nur als veröffentlichte Singles.

Jetzt also Album Nummer vier. Im Team ein neuer Produzent, nämlich der Brite Ian Davenport, der schon für Band of Skulls, Athlete und Supergrass an den Reglern stand, sowie Musiker Jörg Holdinghausen von Tele, der die Helden jetzt auch bei ihren Konzerten unterstützt. Neu auf „Bring mich nach Hause“ ist auch die Auswahl an Instrumenten. Das Schifferklavier sticht sofort heraus. Weggelassen wurden dafür die treibenden, lauten Beats, wie es sie zuletzt noch auf „Endlich ein Grund zur Panik“ zu hören gab. Das ganze Album bewegt sich mehr in Richtung Folk und Singer Songwriter als in Richtung eines Pop-Albums. Klar ist es eingängig, aber auf eine andere Art und Weise. „Bring mich nach Hause“ kann nicht mit großen Hits wie „Denkmal“ aufwarten, das Album an sich ist hier der Star.

Besonders in den ganz leisen Momenten sind die Helden so brillant wie nie zuvor. „Meine Freundin war im Koma und alles, was sie mir mitgebracht hat, war dieses lausige T-Shirt“ ist so ein furchtbar trauriges Lied, bei dem Judith Holofernes nur von einem Klavier begleitet wird und bei dessem Text man oft schlucken muss. Und auch der Namensgeber „Bring mich nach Hause“ ist eine wunderschöne Ballade, in der es um das Heimatgefühl geht und was man dafür alles braucht.  Die größten Ohrwurm-Qualitäten hat „23.55: Alles auf Anfang“ und „Kreise„, dessen Anfang ein wenig an Bloc Partys „I sill remember“ erinnert.

Judith, Mark, Pola und Jean-Michel verpacken in ihrer Musik so viel Wahrheit, bei der man nur kopfnickend auf dem Sofa sitzen kann und in denen man noch nach dem 30. Mal hören was neues entdecken kann. Man kann es gar nicht anders sagen: Wie schön, dass Wir Sind Helden wieder da sind! So sympathisch, so authentisch, so nett, so ehrlich.


Wir Sind Helden – „Bring mich nach Hause“ erscheint am 27. August 2010 bei Columbia Deutschland.

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