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Wolf Gang – Suego Faults

Es passiert ja alle Tage, dass die englischen Musikkritiker Künstler in den Himmel heben und sie zum „Next Big Thing“ der Musikgeschichte erklären. Meistens haben sie damit ganz recht, noch nie aber hatten sie damit so verdammt recht wie bei Wolf Gang, dem neuetsen Hype der Insel. „Suego Faults“ heißt das Debüt eines schottisches Ein-Mann-Projekts, das verliebt macht.

Eines Nachts hatte Max McElligott einen Traum, aus dem er aufwachte und bedauerte, dass der beeindruckende Ort, an dem er sich eben noch befunden hatte, nur in einer anderen Welt existierte. Sofort stand er auf, setzte sich an sein Klavier und schrieb einen Song über diesen Ort, über Suego Faults. Was er in diesem Augenblick vielleicht noch nicht wusste war, dass dieser Song in 2 Minuten und 59 Sekunden nicht nur eine Liebesgeschichte erzählen, sondern Inspiration für eine ganze Platte sein und schon bald die englische Musikwelt in Aufruhr versetzen würde.

 

So nennt sich auch die Platte „Suego Faults“ und Max McElligott nennt sich Wolf Gang und ist das, was man heute als musikalisches Wunderkind bezeichnet. Er spielt Gitarre, Schlagzeug, Klavier, und eigentlich alles, was man ihm vor die Nase stellt. Er ist 24 Jahre alt, etwa 1,30 m groß, trägt eine von den Zeichen der aktuellen Zeit zerzauste Kurzhaarfrisur, am liebsten enge Jeans, Hemd und Sakko, und einen an barocke Zeiten erinnernden Ohrring im linken Ohr. Das macht ihn zu einer Erscheinung, vor allem auf der Bühne, wenn er lebt, was er liebt, was scheinbar auch Florence and The Machine, The Naked And Famous oder den Editors auffiel, für die Wolf Gang schon als Support spielte.

Die Musik McElligotts lässt sich nicht eine Schublade stecken, für Indie ist „Suego Faults“ zu bluesig, für Blues zu überladen, und für Pop zu theatralisch. Tracks wie Lions In Cages, The King And All Of His Men und Dancing With The Devils sind ganz einfach Wolf Gang, und zu Wolf Gang gehört eine in schwindligen Höhen singende Stimme, orchestrale Instrumentenspielerein, romantische Exzentrik und der gewisse Hang zur Theatralik.

Was auf dem Langspieler von vorn bis hinten vielversprechend klingt, entfaltet sich bei Live-Auftritten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dort nämlich schlägt McElligott dann mit einem Gespann von Bassist (Gavin Slater/ Ghosts), Gitarrist, Schlagzeuger (Lasse Petersen/ The Rakes) und Keyboarder auf, mit denen er es auf eine beeindruckende Weise schafft, mit ihrer Energie und ihrem Talent, den Glauben zu erwecken,  sie wären wahrlich eine Gang. Sie schaffen es, durch das Publikum eine Welle des Frohsinns ziehen zu lassen, das sich auf den ersten Ton in jeden einzelnen Song verliebt und dieses Gefühl bis zum letzten Ton nicht mehr hergeben wird.

 

Auch alle anderen Songs entwickeln allerspätestens mit dem zweiten Hören eine Sogkraft, von der man so schnell nicht ablassen kann, weswegen man sich dabei ertappt, unzählige Stunden damit verbracht zu haben, seinen Spuren auf YouTube zu folgen, ihm hinterherzulesen oder einfach wieder und wieder auf „Play“ zu drücken.

MacElligott macht es anders, aber richtig. In Zeiten des Minimalismus widersteht er gängigen Elektrofrickeleien, greift wieder zu guten alten Instrumentalien, und hüllt sich in Gewänder vergangener Jahrzehnte, bei dessen Anblick Bowie ein Herz aufgehen würde.

„Suego Faults“ ist eine Platte über die Liebe, eine Platte voller Liebe, eine Lieblingsplatte – und MacElligot der passende (englische) Mann dazu.

 


VÖ: „Suego Faults“ erschien bereits am 22.07.2011  bei neuland cconcerts/Warner Music International.  

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