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Ásgeir – Bury The Moon/Sátt

Nach einer Trennung zieht sich Ásgeir in die isländlische Einsamkeit zurück – und kommt mit seinem dritten Studioalbum „Bury The Moon“ zurück. Wie gewohnt erscheint es auch in isländischer Sprache („Sátt“). Die bemerkenswerteste, weil eindringlichste Platte eines Ausnahmekünstlers!

Wenige Tage bevor das dritte Studioalbum „Bury The Moon“ (VÖ: 07.02.2020 via Embassy of Music) erschien, veröffentlichte Ásgeir ein Live-Video „Vaðandi þurrt“, der isländischen Version des Titeltracks. Während wir auf das nachtdunkle Geisterhaus Höfdi blicken, liest der Dichter Einar Georg Einarsson, ein isländisches Gedichte vor. Dann setzt der Song ein. Das Video ist das erste aus der Reihe „Is anybody listening?“, die ein Tribut an die isländische Kultur und ihren Aberglauben. Denn die Isländer glauben seit Jahrhunderten an Elfen und Geister, die das künstlerische Schaffen fördern sollen.

Isländische Aufrichtigkeit

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Ausnahmekünstler Ásgeir (Foto: Anna Maggie)

Überhaupt ist isländische Kultur, insbesondere die Lyrik von Einar Georg Einarsson – dem Vater von Àsgeir Trausti Einarsson – ein wichtiger Motor für das musikalische Kunstwerk des isländischen Singer-Songwriters. Schon für das Debüt „Dýrð í dauðaþögn“, das in der englischsprachigen Fassung „In The Silence“ (2013) nicht weniger erfolgreich war, war die Gedichtsammlung seines Vaters der Ausgangspunkt. Auch für sein zwietes Album „Afterglow“ (2017) liest er Verse, sinniert Melodien, improvisiert und experimentiert, um das Arrangement und die (englischen) Texte schließlich im Studio auszuarbeiten. Es entstehen einzigartige, unglaublich aufrichtige und emotionale Songs, die nicht mehr besitzen, als sie brauchen.

Nach diesem Prinzip entstand auch „Bury The Moon/Sátt“ das – wie immer – in einer isländischen sowie englischsprachigen Version erscheint. Doch fr sein drittes Studioalbum ist nicht mehr nur die isländische Lyrik seines Vaters, sondern das Scheitern einer langjährigen Beziehung die entscheidene Triebkraft. So zieht er sich in ein einsames Haus in den isländischen Weiten zurück, nur mit einer Gitarre, einem kleinen Keyboard sowie einem Aufnahmegerät. Ab und zu besuchen ihn Freunde, bringen ihm Essen. Eine Lebenssituation, in der andere nur wenig zustande bringen, produziert Ásgeir ein sehr emotionales, sehr eindringliches und sehr ehrliches Album. Besonders Tracks wie „Overlay“, „Eventide“ oder „Breathe“ stehen Pate für die Gefühle, die Ásgeir in der Einsamkeit und Kälte Islands empfunden haben mag. „And whereever I go, I’ll find my way home“, singt er über die tiefen Soundflächen hinweg – und wir wissen, was er meint. (Ein Konzept, das auch schon bei Ben Howard aufging.)

Isländische Schönheit

„Lazy Giants“, „Youth“ oder „Living Water“ sind schlichtweg großartig arrangierte, in ihrer Unvollkommenheit vollkommen schöne musikalische Kunstwerke. Das Einzigartige, ja Faszinierende ist die Zweisprachigkeit der Musik von Ásgeir. So gehen die Songs in ihren ursprünglichen isländischen Versionen „Upp úr moldinni“, „Bernskan“ und „Lifandi vatnið“ noch mehr unter die Haut – zweifelsohne der lyrischen Schönheit der isländischen Sprache wegen! Manchmal, wie bei „Pictures/Myndir“, bringt Àsgeir, der bei der Übersetzung von dem in Reykjavik lebenden US-amerikanischen Songwriter John Grant unterstützt wird, sogar beide Sprachen zusammen. Un-un-unbedingt anhören, ansehen, abtauchen!

Was für ein Geschenk es sein wird, dass Ásgeir auf Tour geht:

15. Februar – Alhambra, Genf

28. Februar – Mojo Club, Hamburg

29. Februar – UdK Konzertsaal, Berlin

20. April – Central Station, Darmstadt

22. April – Gloria, Köln

23. April – Muffahalle,München

24. April – Täubchenthal, Leipzig

VÖ: "Bury The Moon/Sátt" erschien am 07.02.2020 via Embassy of Music/AdP Records/Samsonido GmbH. 
Mehr Informationen auf der Website von Ásgeir.

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