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Crucchi Gang, Foto: Pressefreigabe/Silly.Berlin

Crucchi Gang – Die Italo Compilation

Wir lieben Italien! Italien liebt uns nicht. Dass eine einseitige Liebe immer stärker werden kann, beweist der sehnsüchtige Blick, den die Deutschen bekommen wenn man Italien auch nur erwähnt. Ferien! Sonne! Warme Sommernächte, schöne Kunst, beeindruckende Architektur, leckeres Essen, Kinder, die immer ein Eis im Gesicht haben. Die Leichtigkeit des Seins scheint ihre Heimat in Italien gefunden zu haben. Was wären die Menschen ohne ein bisschen romantische Verklärtheit, ohne ihre Träume und Zuflüchte?

Die Idee, dass deutschsprachige MusikerInnen ihre eigenen Lieder auf Italienisch singen, ist um Francesco Wilking entstanden und klingt erst einmal völlig absurd-so, als ob man etwas Kantiges zum Rollen bringen möchte.  Erstaunlicherweise klingt es in großen Teilen herzerwärmend gut. Das liegt auf der einen Seite daran, dass die Künstler Spaß dran haben und wenn es mal nicht ganz so perfekt klingt, dann klingt es auf jeden Fall charmant. Auf der anderen Seite liegt es daran, dass wir die Lieder ja kennen und sofort Bilder der jeweiligen Band vor Augen haben. Wenn Von Wegen Lisbeth anstatt von „Meine Kneipe“ von „Al mio locale“ singen, haben wir sofort Matzes Hüftschwung vor Augen, der in jedem Land funktionieren würde. Selbst Isolation Berlins „Tutto grigio“ wirkt gar nicht mehr so grau, zu den Takten könnten man auch im bunten Lichterglanz am Strand tanzen. Wunderschön melancholisch auch Sven Regeners(Element of Crime) „Carta bianca“. Während man die deutsche Version immer gern mit grauem, deutschem Regen verbindet, wirkt die italienische Version warm wie ein Schaukeln unter Zitronenbäumen.

Francesco Wilking hat fast alle Texte übersetzt, Ausnahmen sind Steiner und Madlaina und Faber (die ja quasi Halb-Italiener sind). Bei Fabers „Vieni qui“ hat Clavdio (Claudio Rossetti) bei der Übersetzung mitgewirkt, der letztes Jahr als Support mit auf Fabers Tour war. Fabers „Vieni qui“ vereint nicht nur die Sehnsucht nach einem Land, sondern auch die Sehnsucht nach etwas, bei dem man sich zuhause fühlen kann, bei dem man sich geborgen und geliebt fühlt. Das mag eine Person, ein Ort oder auch ein Lied sein, in das man sich fallen lassen kann. „Vieni qui“-Komm her-ein Lied wie eine Umarmung.

 

Weiterhin mit dabei sind Steiner und Madlaina mit „La dolce vita“(„Das Schöne Leben“), Thees Uhlmann „La ragazza della cassa no 2“ („Das Mädchen von Kasse 2“), Clueso „Ballare“(„Tanzen“), Franciose Cactus „La la la Lo no ti amo“ , Sophie Hunger „Valzer per nessuno“ („Walzer für niemand“) und natürlich auch Francesco Wilking, mit dem Bilderbuch-Hit „Il mio bungalow“ („Bungalow“).

Erwähnenswert ist auch das schöne Artwork von Silly.Berlin, das zu jeder Singleauskopplung erschienen ist. Auf derem Homepage kann man ein wenig zum Making of Cover Concept sehen. Es lohnt sich-genauso wie diese schöne Italo Compilation.

VÖ: Crucchi Gang erscheint am 25.09.2020 bei Vertigo Berlin/Universal Music.

Mehr Infos unter Crucchi Gang.

 

Reinhören:

 

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