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Im Gespräch mit Frittenbude

Wir haben im vergangenen Jahr ja bereits einige Worte mit der Frittenbude gewechselt. Das war noch, bevor das erste Album herauskam. Seitdem hat sich aber sehr viel getan und daher nutzten wir die Chance, nochmal mit der Band zu sprechen. Wir trafen uns im November vor ihrem Konzert in Hamburg mit Johannes, Martin und Jakob, um über die Pläne für 2010, Veränderungen und auch über Johannes Bart zu sprechen.

Heute Abend spielt ihr im Molotow, das restlos ausverkauft ist. Läuft es schon die ganze Tour über so gut?

Jakob: Es läuft überraschend gut. Wir hatten nur ein einziges Konzert, das eher mau besucht war. Das war in Cottbus. Allerdings muss man sagen, dass Robert Stadlober am gleichen Abend ein Event in der Stadt hatte und auch Supershirt in einem anderen Club gespielt haben. Da hat sich das wohl so verteilt. Da wusste wohl keiner mehr, wo die richtig gute Musik läuft.
Johannes: Wobei Supershirt, als die aufgelegt haben, auch unsere „Nachtigall“ ausgekramt haben. Aber allgemein läuft die Tour schon sehr gut. Wir haben auch in einer Nacht zwei Konzerte gespielt, was wir bisher sonst auch noch nicht hatten. Da waren sogar beide Konzerte gut besucht und die Leute hatten Bock zu feiern. Zuerst in Osnabrück, da haben wir um 21 Uhr gespielt. Da hatten wir schon ein wenig Bedenken, da das so früh ist, aber lief alles gut. Und dann sind wir in der gleichen Nacht weiter nach Hannover, um mit Juri Gagarin im Indigo zu spielen.
Jakob: Das waren sogar zwei ausverkaufte Shows an einem Abend, sehr cool.
Johannes: Generell ist das eine sehr krasse Tour. Wir retten uns nur noch von einem Rausch in den nächsten.

Es hat sich ja schon viel getan bei euch. Wenn man mal überlegt, dass man euch letztes Jahr noch im Keller vom Hafenklang vor 50 Leuten angucken konnte. Die Besucherzahlen sind ja deutlich in die Höhe gegangen.

Johannes: Das im Hafenklang war ja schon ein sehr geniales Konzert, selbst wenn wir damals noch mit technischen Probleme zu kämpfen hatten. Wir haben uns echt fast in die Hosen gepisst davor.
Jakob: Mir kommt das auch vor, als wenn das schon fünf Jahre her ist. Die Zeit vergeht so schnell.

Aber was ist das denn für ein Gefühl für euch, dass sich das seitdem so drastisch geändert hat?

Johannes: Einfach nur großartig.
Jakob: Auf jeden Fall, das ist wie ein Geschenk. Es ist inzwischen auch so weit, dass wir einigermaßen davon leben können. Reich werden wir damit noch lange nicht, da es nicht kommerziell ist, aber es langt.
Martin: Ist schon komisch, mitzubekommen, wie das von den Leuten draußen wahrgenommen wird.
Jakob: Es ist echt so. Zuhause bin ich in meiner kleinen Kammer, bastel da die Musik zusammen, während ich faul auf dem Sofa liege und bekomme das überhaupt nicht mit, was das dann später mal für Ausmaße annehmen kann. Das erste Mal so richtig gecheckt hab ich das dieses Jahr auf dem Immergut Festival. Wo da echt 2000 Leute im Publikum stehen, die alle mitgehen und die das alle abfeiern, was wir machen.
Johannes: Jakob macht halt echt all diese Musik im Bett, ich krieg das nie anders mit. Auch auf Tour, wenn er mal nicht einschlafen kann, liegt er neben einem und bastelt an Musik rum. Und dass genau das, was man da macht, von den Leuten gehört wird, die feiern gehen oder auf einer Party sind, ist schon unbegreiflich.
Jakob: Am meisten macht aber derzeit Martin Musik! Während ich schon ein bisschen gesättigt bin, da ich in letzter Zeit so viel gemacht hab, ist Martin echt ständig am Rumfrickeln.
Johannes: Ja, das stimmt. Wenn Martin bald sein Soloprojekt auf die Beine gestellt bekommt, dann kennen wir diese ganzen Songs schon. Er hört nämlich über seine Kopfhörer so laut Musik, dass wir das alles schon mitbekommen, was er da fabriziert.

Aber von was für einem Soloprojekt ist denn überhaupt die Rede?

Martin: Da mach ich grad was Neues. Ich allein, mein Computer und Electro-Sounds. Da mach ich grad eine EP fertig, mal gucken, wo das hingeht. Das wird wahrscheinlich im Dezember noch kommen. Wird dann eine Free-Download Geschichte. Minimum ist der Name vom Projekt.

Warum spielt ihr eigentlich live kaum ältere Songs, wie zum Beispiel „Monsterrr“?

Martin: „Monsterrr“ passt gar nicht in unser aktuelles Set rein. Natürlich handelt es sich um einen geilen Song, das findet auch jeder von uns, aber das passt derzeit einfach nicht rein.
Johannes: Das ist auch so der Song, der niemals fertig wurde. Das war eine der ersten Sachen, die wir zusammen gemacht haben. Aber um den haben wir uns nie weiter gekümmert. Selbst als wir ein paar andere ältere Sachen für unser Album neu aufgenommen haben, ist „Monsterrr“ immer außen vor geblieben. Und inzwischen fehlt uns auch die Lust, uns da nochmal ranzuwagen. Der Song hat einfach das Image ‚der, der nie fertig wurde‘ inne.

Ihr seid ja seit jeher auch fleißig dabei, Remixe zu machen, zuletzt auch von Den Sternen. Und ihr remixed wirklich gut. Könntet ihr euch vorstellen, auch mal eine CD damit rauszubringen?

Jakob: Wir planen da grad was, aber das ist noch nicht ganz sicher.
Johannes: Das könnte eventuell zeitgleich mit dem Album passieren.
Jakob: Eigentlich machen wir auch gar kein neues Album, das sind alles nur Remixe und „Mindestens In 1000 Jahren“.
Johannes: Den Song packen wir gleich dreimal drauf!
Jakob: Einmal 4.30 Min, 4.29 und 4.28!
Johannes: Zusätzlich dazu versuchen wir derzeit, die Rechte an jeglichen Beverly Hills-Themes abzugreifen, damit wir noch eine CD mit 60 Minuten Beverly Hills Mucke rausbringen können.

Okay. Und was macht ihr jetzt wirklich?

Johannes: Diese Remix-CD ist wirklich im Gespräch und wir können uns gut vorstellen, das als Bonus beim neuen Album zu veröffentlichen oder parallel rauszubringen.

Wie sieht es denn überhaupt mit eurem neuen Album aus, das kommt ja auch im nächsten Jahr?

Jakob: Geplant ist Mai.
Johannes: Das wird unser zweites Album. Das wird unser bestes Album.
Jakob: Und es wird unser neustes Album.
Johannes: Es stehen bisher halt schon Beats von Jakob und Martin hat schon fleißig Griffe an seiner Gitarre ausprobiert. Und auch ich hab schon einige Texte geschrieben. Wenn ich das alles zusammenführe in meinem Kopf, dann haben wir bisher so vier oder fünf fertige Songs.
Jakob: Was wir halt auch merken, was das Problem ist am zweiten Album: Für das Erste hatten wir quasi unser Leben lang Zeit. Aber wenn du erstmal was rausgebracht hast, muss es auch weitergehen und wir stehen ein bisschen unter dem Druck, wieder was raushauen zu müssen bzw. auch zu wollen. Und man will ja auch nicht stehen bleiben in dem, was man macht, Wir wollen so ein bisschen weg von Songs wie „Superschnitzel Lovesong“. Mal sehen, wo es hingeht.

Johannes, jetzt mal zu den ernsten Dingen des Lebens: Du hattest ja mal eine richtig schönen Bart. Wo ist der hin?

Johannes: Mein Plan ist es ja, dass ich, wenn ich ein alter Opa bin, einen fetten Bart hab. Und dann hab ich nur so zum Spaß das mal eine Weile wachsen lassen, um das auszutesten. Aber es ist wirklich anstrengend, weil man sich nicht nur die Haare waschen muss, sondern auch noch den Bart. Allgemein muss man sich da wirklich gut drum kümmern, weil der schnell fettig wird. Oder es bleibt Essen drin hängen, was auch wirklich eklig ist. Von daher hab ich das Experiment dann lieber wieder abgebrochen.

Und eine letzte Frage, die von Plemo an mich gerichtet wurde und die ihm wirklich wichtig ist: Wer von euch hat letztens bei ihm im Stehen gepinkelt?

Jakob: Plemo erfindet Geschichten!
Johannes: Das Fiese an der Sache ist, dass Plemo sogar zu uns gesagt hat, dass wir bei ihm im Stehen urinieren dürfen! Und jetzt sowas.
Jakob: Von daher – Ich wars!
Johannes: Ich auch, wir alle!
Martin: Ja, ich auch.
Jakob: Plemo, es tut uns wirklich leid.

Das war es dann soweit. Oder wollt ihr noch was sagen?

Johannes: Man soll unbedingt unsere Remixe runterladen. Runterladen, runterladen, runterladen! Und abgesehen davon: Glaubt nicht alles, was Plemo erzählt.


Hier könnt ihr unser erstes Interview mit der Frittenbude nachlesen.

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