Lena Malmborg – Paris To Berlin

Wie bewältigt man Krisen, vor allem diejenigen, die das eigene künstlerische Schaffen in Frage stellen? Inspiration suchen, doch wo und wie? Lena Malmborg wollte ihrer Inspirationskrise in Paris eins auswischen. Doch Paris zog ihr die finanziellen Mittel buchstäblich aus der Tasche, so ließ sie sich lieber in Berlin inspirieren. Damit verwundert es nicht, dass ihr neuestes Album „Paris To Berlin“ heißt.

Zusammen mit ihrem Freund Daniel Johansson und dessen Bandkollege Joakim Sveningsson (Friska Viljor) weilte sie ein ganzes Frühjahr in der lebhaften Spreestadt. Und sie kam über die Schaffenskrise hinweg – das dritte Album ist inspiriert vom Unterwegssein, zwischen Paris und Berlin, zwischen Hier und Dort. Produziert wurde „Paris To Berlin“ dann aber wieder in der schwedischen Heimat, in Stockholm von Mats Bjorke (Mando Diao). Außerdem gastieren auf dem Werk Carl-Johan Fogelclou (Mando Diao), Daniel Johansson (Friska Viljor) und bei “ It’s Time For A Decision“ von Carl Norén (Sugarplum Fairy).

Die neuen Songs sind durchaus fröhlich, lebensbejahend, nicht mehr ganz so düster wie auf den ersten zwei Alben. Dabei stehen sich Berlin und Paris als Gegensatz gegenüber, sie widmet beiden Städten jeweils einen gleichnamigen Song. Dabei bewegt sich „Paris“ auf einem schmalen Grad zwischen Chanson und Soul, mit einer leicht melancholischen Note . Ihren Folkpop mit Hang zum Soul hat Lena Malmborg also nicht abgelegt. „Berlin“ wirkt gleich sehr entspannt, gelöst, sogar fröhlich. Verspielt klimpert beim landessprachlichen „Världens Finaste Gosse“ das Xylophon und säuselt einen in Singer-Songwriter-Manier unverständliche aber sicher schöne Zeilen vor. Danach gleich auf Stop zu drücken, wäre ein Frevel, denn abschließend erklingen mit Geigen und folkloristischen Takten tanzbarere Töne und der wohl stärkste Song auf dem Album.

Hübsch in der Tat, wie eine Blumentapete in Pastellfarben, doch hätte die Platte mehr Schmiss vertragen, der dafür sorgt, dass „Paris To Berlin“ im Ohr bleibt.

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Erschienen ist „Paris To Berlin“ am 29.10. auf Crying Bob Records / Broken Silence

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